Jeden Tag stellen wir die wichtigsten Pfand-Nachrichten aus Europa zusammen: von Systembetreibern, Behörden und Fachmedien. Kurz zusammengefasst in Ihrer Sprache, mit Link zur Quelle.
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NLNOS
Amsterdam stellt Abfallbehälter mit separatem Fach für Pfandflaschen und -dosen auf
Amsterdam stellt in den kommenden Wochen 200 neue Abfallbehälter auf, zunächst hinter dem Hauptbahnhof (Centraal Station) und anschließend unter anderem im Vondelpark und am Osdorpplein. Die Behälter haben eine selbstschließende Klappe und ein separates Fach für Pfandflaschen und -dosen, damit Pfandsammler die Müllsäcke nicht mehr aufreißen. In einem Test blieb die Klappe bei 83 % der neuen Behälter geschlossen, gegenüber 38 % bei den bisherigen.
Leserstimmen: Pfand funktioniert nur, wenn Käufer es selbst zurückholen
In der niederländischen Zeitung de Volkskrant äußern sich Leser zur Debatte über das Pfandsystem. Der Tenor: Das System ist erst dann ein Erfolg, wenn Käufer ihre leeren Flaschen und Dosen selbst zurückbringen und ihr Pfand einlösen.
Polen: Pfandsystem nach einem Jahr erfolgreich, doch Glas bleibt außen vor
Ein Jahr nach dem Start zählt das polnische Pfandsystem rund 60.000 Rücknahmestellen, und mehr als 3,2 Milliarden Flaschen und Dosen wurden zurückgegeben; 74 % der Polen machen mit. Fachleute sehen eine Lücke: Über 500 Millionen Einweg-Glasflaschen pro Jahr fallen nicht unter das System. Sie fordern, Glas aufzunehmen, Ausnahmen zu verringern und die Zahlen öffentlich zu machen.
Vereinigtes Königreich: Registrierung für das Pfandsystem eröffnet
Im Vereinigten Königreich können sich Hersteller und Händler seit dem 29. September bei Exchange for Change registrieren, dem Betreiber des Pfandsystems, das im Oktober 2027 startet. In dieser ersten Phase werden nur Basisdaten abgefragt; im Januar 2027 folgt eine zweite, ausführlichere Phase. Städtische Geschäfte unter 100 m² sind automatisch von der Rücknahme befreit; Geschäfte bis 200 m² können unter bestimmten Bedingungen eine Befreiung beantragen.
Neues Gewinnspiel: Pfandbon scannen und Preise gewinnen
Verpact und Statiegeld Nederland starten eine landesweite Aktion, die bis zum 14. Februar 2027 läuft. Wer in einem teilnehmenden Supermarkt Leergut zurückgibt und den Pfandbon in der Statiegeld App scannt, erhält pro Verpackung ein kostenloses Los; alle zwei Wochen werden Preise im Wert von 10.000 € verlost. Das Pfand selbst wird wie gewohnt ausgezahlt.
Portugal: 400 Millionen Verpackungen im Pfandsystem Volta zurückgegeben
Das portugiesische Pfandsystem Volta, das am 10. April startete, hat in weniger als sechs Monaten über 400 Millionen Flaschen und Dosen zurückgenommen. Der Betreiber SDR Portugal hat auf volta.com.pt einen öffentlichen Online-Zähler eingerichtet, der täglich aktualisiert wird. Von den 50 geplanten großen Rückgabekiosken stehen erst 8; für die übrigen wartet der Betreiber auf Genehmigungen und Flächen der Gemeinden. Ziel ist eine Sammelquote von 90 % bis Ende 2029.
Spanien will ein Pfand von mindestens 0,10 € auf Plastikflaschen und Dosen einführen, das sogenannte SDDR. Die Vorschriften nennen November 2026 als Starttermin, doch die Branche rechnet damit, dass dieser Termin nicht zu halten ist. 2023 sammelte Spanien erst 41,3 % der Plastikgetränkeflaschen getrennt, weit unter dem europäischen Ziel von 90 % bis 2029.
Portugal: Regierung hält am Pfandsystem Volta fest
Die portugiesische Umweltministerin wies die Forderung des Bürgermeisters von Lissabon zurück, das Pfandsystem Volta zu stoppen. Das System sei EU-rechtlich vorgeschrieben und erreiche seit dem Start am 10. April bereits eine Sammelquote von 44 %, über dem Jahresziel von 40 %. Für die Belästigungen rund um die Sammelstellen sucht die Regierung nach anderen Lösungen.
Consumentenbond: Rücknahmepflicht für Pfandverpackungen dringend nötig
Der niederländische Verbraucherverband Consumentenbond unterstützt den Plan der Regierung, Geschäfte ab dem 1. Januar 2028 zur Rücknahme von Pfandverpackungen zu verpflichten. 2025 kamen 78 % der Plastikflaschen und 86 % der Dosen zurück – weniger als das Ziel von 90 % –, und 129 Millionen € Pfand wurden nicht eingelöst. In Deutschland, wo die Rücknahme bereits Pflicht ist, liegt die Rücklaufquote über 95 %.
Am Osdorpplein in Amsterdam hat ein zweiter Statiegeld Retourshop eröffnet. Neben Flaschen und Dosen können dort auch Textilien, kleine Elektrogeräte, Hartplastikverpackungen und Getränkekartons abgegeben werden. Der Laden arbeitet mit Milieuwerk zusammen und bietet Arbeitsplätze für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind.
Rekonstruktion: Wie es zur Pfandlotterie statt zu einem höheren Pfand kam
Die NOS beschreibt, wie das Ministerium und die Getränkehersteller eine Lotterie als Alternative zur Verdopplung des Pfands entwickelten, die die Aufsichtsbehörde ILT (die niederländische Umweltinspektion) gefordert hatte. Laut der Rekonstruktion wurde die Inspektion weitgehend aus den Gesprächen herausgehalten. Wer sich das Pfand digital auszahlen lässt, kann es für ein Los einsetzen.
Die niederländische Regierung schlägt vor, ab dem 1. Januar 2028 Pfand auf alle Plastikflaschen bis 3 Liter zu erheben, also auch auf Milchprodukte und Saft. Geschäfte erhalten je nach Größe eine Rücknahmepflicht, und Geschäfte ab 200 m² müssen das Pfand auch bar auszahlen können. Ziel ist, dass die Niederlande das europäische Sammelziel von 90 % deutlich vor 2029 erreichen.
Rückgabeshop Enschede verarbeitet im Schnitt 7.000 Verpackungen pro Tag
Der Statiegeld Retourshop in Enschede-Zuid verarbeitete im ersten Monat durchschnittlich 7.000 Flaschen und Dosen pro Tag. Dort stehen zwei herkömmliche Rücknahmeautomaten und ein Bulk-Automat, der bis zu 100 Verpackungen auf einmal annimmt; geöffnet ist täglich von 8 bis 20 Uhr. Das Pfand wird bar, per Tikkie oder als Spende ausgezahlt.
Irland: 1,43 Milliarden Verpackungen im Jahr 2025 zurückgegeben
Im Jahr 2025 nahm das irische Pfandsystem Re-turn 1,43 Milliarden Flaschen und Dosen zurück, eine Rücklaufquote von 76,4 %. 60,1 Millionen € Pfand wurden nicht eingelöst; mit diesem Geld werden unter anderem die Vergütungen für den Handel und Investitionen in das System finanziert. Die Vermüllung durch Getränkeverpackungen ist seit dem Start 2024 um 55 % zurückgegangen.